Polizeitest in Niedersachsen

Polizeitest in Niedersachsen bestehen

Niedersachsen ist mit seinen rund 7.946.000 Einwohnern das viertgrößte Bundesland Deutschlands. Flächenmäßig ist es sogar das Zweitgrößte. Etwa 24.000 Bedienstete kümmern sich um die Sicherheit im Land. Dank der Online-Wache müssen die örtlichen Polizeidienststellen nicht mehr zwangsläufig aufgesucht werden und auch in sozialen Netzwerken hält die Polizei Niedersachsen ihre Mitmenschen auf dem Laufenden. Natürlich müssen Bewerber auch in Niedersachsen einen Polizeitest absolvieren, um den Beruf ergreifen zu können.

Für Polizeibedienstete, die in Not geraten, und deren Angehörige trägt die Polizeistiftung Niedersachsen schon viele Jahre Sorge.

Die Aus-, Fort- und Weiterbildung übernimmt die Polizeiakademie Niedersachsen in Nienburg. Wenn auch Du Teil der Polizei Niedersachsen werden willst, beginnt Dein Weg hier.

Laufbahngruppe 2 – der gehobene Dienst

An den drei Polizeiakademie-Standorten Nienburg, Oldenburg und Hannoversch Münden hast Du die Möglichkeit, in drei Jahren Deinen Bachelor of Arts zum Polizeivollzugsdienst zu erlangen. Für das 1. Eingangsamt der Laufbahngruppe 2, ehemals als gehobener Dienst bekannt, werden Dir grundlegende Fähigkeiten in der Sachbearbeitung des Einsatz- und Streifendienstes (ESD), sowie des polizeilichen Ermittlungsdienstes (KED/ZKD) vermittelt.

Deine Voraussetzungen für die Bewerbung

Grundvoraussetzung ist die deutsche Staatsbürgerschaft, die eines anderen EU-Staates oder eines Staates aus dem europäischen Wirtschaftsraum. Abitur, Fachhochschulreife oder einen gleichwertigen Abschluss, sowie sechs Jahre Englischunterricht musst Du vorweisen. Sofern Du die mittlere Reife erlangt hast, kannst Du Dich für ein Praktikum bei der Polizei Niedersachsen und später an einer Fachoberschule für Wirtschaft und Verwaltung bewerben, um die Fachhochschulreife zu erlangen.

Am Tag der Einstellung darfst Du nicht älter als 31 Jahre sein und als Frau nicht kleiner als 1,63 m, bzw. als Mann nicht kleiner als 1,68 m sein. Zudem musst Du die Fahrerlaubnis der Klasse B und mindestens das Jugendschwimmabzeichen in Bronze besitzen. Gesetzliche Vorstrafen sind natürlich ein Tabu bei der Polizei.

Sehr wichtig ist auch, dass Du sowohl gesundheitlich, als auch sportlich fit bist!

Erfüllst Du alle Kriterien? Dann geht es mit der Bewerbung weiter….

Termine, Unterlagen, Behörden – die richtige Bewerbung

Zu Deiner vollständigen Bewerbung gehört ein Bewerbungsbogen, auf dem Du Deine gesamten Daten hinterlässt. Es handelt sich dabei um einen Vordruck, den Du lediglich noch ausfüllen musst. Bei minderjährigen Bewerbern muss eine Einwilligungserklärung der Erziehungsberechtigten beiliegen. Mit dem Behördenauswahlbogen gibst Du zwei Wünsche für Polizeidirektionen in Niedersachsen an, in welchen Du nach erfolgreichem Studium eingesetzt werden willst. Insgesamt kannst Du zwischen sechs Polizeidirektionen wählen. Auch zwei von den drei Studienorten in Niedersachsen darfst Du als Wunsch markieren.

In einem verschlossenen Umschlag legst Du den Gesundheitsfragebogen, die Hausarztbescheinigung, den Allergiebogen und die Augenhinweise der Bewerbung bei. Der Umschlag hat die Aufschrift „Vertrauliche Arztsache“ zu tragen und muss mit Deinem Namen, Vornamen und Geburtsdatum versehen werden.

Bewerberinnen und Bewerber mit einem Realschulabschluss und ohne Berufsausbildung müssen weiterhin noch eine Bewerbung um einen Praktikantenplatz mit einreichen.

Alle notwendigen Dokumente findest Du im Internet.

Deine vollständige Bewerbung solltest Du bis Anfang Februar abgegeben haben, um noch im selben Jahr am 01. Oktober Dein Studium beginnen zu dürfen.

Wurde Deine Bewerbung zum Einstellungstermin im Frühling, dem 01. April, nicht berücksichtigt, so wird sie automatisch zum 01. Oktober übernommen. Andersherum ist dies jedoch nicht der Fall, da die Einstellungszahlen im Herbst höher ausfallen als im Frühling.

Deine Bewerbung schickst Du dann pünktlich an die Polizeiakademie Niedersachsen, Dezernat 20 – Nachwuchsgewinnung – in die Gimter Straße 10 in 34346 Hann. Münden. Du bewirbst Dich bei der Polizei Niedersachsen zentral. Das bedeutet, Mehrfachbewerbungen bei verschiedenen Polizeibehörden werden nicht berücksichtigt.

Sofern keine Verpflichtung zum Ableisten des Wehrdienstes im Herkunftsland besteht, dürfen sich auch Menschen mit Migrationshintergrund bewerben. Die Sprachkenntnisse und das interkulturelle Wissen sind für die Polizei essentiell.

Auch Spitzensportler haben bei der Polizei Niedersachsen die Möglichkeit, Sport und Ausbildung zu verknüpfen. Eine Verlängerung der Regelstudienzeit von drei auf fünf Jahre, sowie die Betreuung einer Mitarbeiterin der Polizeiakademie ermöglichen Koordination und Balance aus Leistungssport und erfolgreichem Studium.

Damit diese flexible Studiengestaltung möglich werden kann, musst Du neben den allgemeinen Einstellungsvoraussetzungen auch die Zugehörigkeit zu Olympiakadar, Perspektivkadar, Nachwuchskadar 1 oder Nachwuchskadar 2 vorlegen. Außerdem spricht der Olympiastützpunkt Niedersachsen eine Empfehlung zur Förderungswürdigkeit für Dich aus.

Polizeitest und Auswahlverfahren

Der Computertest

Ist Deine Bewerbung erfolgreich eingegangen und hat überzeugt, wirst Du zunächst zum Computertest eingeladen.

Dieser besteht aus Zahlenreihen, Gedächtnisübungen, der Postkorbübung und einem Rechtschreibtest. So sollen deine Fähigkeiten in Sprache und Ausdruck, wie auch im Denken und Problemlösen getestet werden. Nach etwa viereinhalb Stunden Computertest steht das Ergebnis direkt fest.

Damit Du diesen Test auch problemlos bestehst, hast Du im Internet die Möglichkeit, einen Übungstest zu machen. Diesen kannst Du so oft wiederholen, bis Du Dir Deines Bestehens sicher bist.

Zur längerfristigen Zeitplanung solltest Du immer im Hinterkopf behalten, dass der Computertest nur von Juli bis Dezember angeboten wird.

Der Sporttest

Weg vom Computer, rauf auf die Laufbahn. Die Sportüberprüfung im Polizeitest gibt an, wie leistungsfähig Du im Ausdauerbereich der verschiedenen körperlichen Anforderungen bist. 5000 Meter müssen Männer in höchstens 28,00 Minuten, Frauen in höchstens 33,00 Minuten laufen. Jugendliche unter 18 Jahren haben jeweils eine Minute mehr Zeit.

Gehörst Du zu den besonders Sportlichen, kannst Du Dir auch einen Bonuspunkt im Polizeitest sichern. Dafür musst Du die fünf Kilometer sieben Minuten schneller laufen. Außerdem gibt es auch einen Bonuspunkt für den Nachweis des Deutschen Sportabzeichens in Silber. Auch das DJJV-Sportabzeichen akzeptiert die Polizei Niedersachsen für einen Bonuspunkt.

Wichtig ist, dass Du mit dem Training für die Sportüberprüfung früh genug beginnst und dieses auch intensiv durchziehst. Denn wenn Du die Anforderungen nicht erfüllen kannst, scheidest Du aus dem weiteren Bewerbungsverfahren aus.

Das Auswahlgespräch im Polizeitest

Hast Du Dich aber auf beide Prüfungen gut vorbereitet und auch bestanden, wirst Du zum Auswahlgespräch in deine Wunschbehörde eingeladen. In dem strukturierten Interview wirst Du Dich einem Gremium mit Angehörigen der jeweiligen Polizeidirektion stellen müssen.

Das Gremium wird dann Deine Kompetenzen im Kontakt- und Sozialverhalten, der Motivation und Einstellung zum Beruf, sowie der emotionalen Stabilität und Eigeninitiative beurteilen.

Bis zu eine Stunde kann das Gespräch im Polizeitest dauern, in dem Du Dich zunächst einmal vorstellst und Fragen zu Deinem Berufswunsch und Lebensweg beantwortest. Im weiteren Gesprächsverlauf wirst Du ein für Dich typisches Beispiel aus Deinem Leben erzählen müssen und wie Du Dich in genau dieser Situation verhalten hast. Auch Fragen zu Deiner Biographie werden auf Dich zukommen.

Die letzte Frage richtet sich nach einer polizeitypischen Situation: „Wie würdest Du als Polizist, bzw. Polizistin in folgender Reaktion reagieren?“ Wichtig bei dieser Beantwortung ist die schrittweise Beantwortung.

Natürlich kannst Du Dich auf dieses Gespräch nicht so ausführlich vorbereiten, doch genug Schlaf und gesundes Wohlbefinden sind schon ein guter Schritt.

Die ärztliche Untersuchung

Die allerletzte Hürde ist die ärztliche Untersuchung, die feststellt, ob Du körperlich überhaupt tauglich für den Polizeidienst bist. Am Untersuchungstag musst Du nüchtern zur angegebenen Zeit an deiner Wunschbehörde eintreffen. Neben einem Belastungs-EKG, warten noch zahlreiche weitere Untersuchungen auf Dich. Darunter unter anderem ein Drogentest, ein Seh- und Hörtest, ein Lungenfunktionstest und auch deine Zähne werden begutachtet.

Dein Body-Mass-Index (BMI) sollte für den Polizeitest zwischen 18 und 27.5 liegen. Auch für die ärztliche Untersuchung und besonders das Belastungs-EKG, solltest Du Dich schon im Voraus fit halten.

Weiterer Ablauf nach dem Polizeitest

Damit hast Du es geschafft. Solltest Du keine Direktzusage nach dem Polizeitest bekommen, wirst Du auf eine Rankingliste Deiner Wunschbehörde gesetzt. Einige Faktoren, darunter auch das Abschneiden im Eignungs- und Auswahlverfahren, bestimmen Deine Position auf der Liste. Je nachdem, wie groß das Kontingent der Behörde ist und wo Du im Ranking stehst, entscheidet sich, ob Du zum Einstellungstermin zur Polizeikommissar-Anwärterin oder zum Polizeikommissar-Anwärter ernannt wirst. 

Weitere Informationen

Wenn du dich auch für die anderen Polizeibehörden in Deutschland interessierst, findest du hier eine Liste. Klicke einfach auf den Namen und gelange zu der jeweiligen Polizei. Bedenke, dass es auch sinnvoll sein kann sich die Auswahlverfahren verschiedener Polizeibehörden anzuschauen, um die Schwerpunkte zu erkennen.

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