Polizist werden – Das Auswahlverfahren in Bremen

Polizist werden nach Polizeitest

Bremen sticht in sämtlichen Kategorien hervor. Es ist das kleinste Bundesland, mit den wenigsten Einwohnern, dazu ist es ein Zwei-Städte-Staat und eine Hansestadt. Das freie Bundesland besteht nur aus den Städten Bremen und Bremerhaven. Lediglich rund 600.000 Menschen leben in der Hansestadt an Weser und Nordsee. Doch auch das vergleichsweise kleine Bundesland, die Heimat der Bremer Stadtmusikanten, braucht Sicherheit und Ordnung. Darum kümmert sich die Polizei Bremen. Ein Polizeipräsidium und fünf Polizeidirektionen machen die Organisation im nördlicheren Bundesland aus. Wenn du hier Polizist werden möchtest, musst du natürlich auch das Auswahlverfahren bestehen.

Polizist werden im gehobenen Dienst

Die Polizei Bremen bietet ein Studium zum gehobenen Polizeivollzugsdienst an. Dieses findet an der Hochschule für Öffentliche Verwaltung Bremen im Studiengang Polizeivollzugsdienst statt. Nach drei Jahren erhältst Du dort Deinen Bachelor-Abschluss. Danach hast Du die Möglichkeit, bei der Schutzpolizei, der Kriminalpolizei oder der Wasserschutzpolizei Deinen Dienst zu leisten.

Anforderungen vor der Bewerbung

Um überhaupt eine Bewerbung in Betracht zu ziehen, musst Du einige Voraussetzungen erfüllen. Im Gegensatz zu anderen Bundesländern setzt die Polizei Bremen jedoch keine Mindestgröße oder Mindestalter voraus. Auch ärztliche Untersuchungen sind vor der Bewerbung nicht nötig und auch die deutsche Staatsangehörigkeit ist keine Pflicht.

Dafür solltest Du teamfähig sein und offen auf andere Menschen zugehen können. Außerdem sollte es für Dich selbstverständlich sein, Dich für Recht und Gesetz neutral einzusetzen.

Bewerber mit Realschulabschluss müssen darüber hinaus noch weitere Anforderungen mitbringen. Dazu zählen eine abgeschlossene Berufsausbildung mit mindestens drei Jahren Berufserfahrung. Solltest Du die Einstellungsprüfung mit Realschulabschluss erfolgreich meistern, wirst Du Dich noch einer Einstufungsprüfung stellen müssen, welche feststellt, ob Du studierfähig für eine Hochschule bist.

Besonderen Wert legt die Polizei Bremen auf Bewerber mit Migrationshintergrund, da diese die kulturelle Vielfältigkeit des Landes unterstützen und Hilfe in einer multikulturellen Gesellschaft bieten.

Die Bewerbung

Bewerben kannst Du Dich nur online, nicht auf dem postalischen Weg. Jeweils ab Mitte Juli beginnt das Bewerbungsverfahren für den Einstellungstermin des Folgejahres. Dieser ist immer der 01. Oktober. Der Bewerbungsbogen gibt Dir Aufschluss über sämtliche Unterlagen, die die Polizei Bremen von Dir benötigt.

Auswahlprüfung

Erfüllst Du alle formalen Anforderungen in Deiner Bewerbung, wirst Du zur Auswahlprüfung eingeladen. Diese besteht aus vier unterschiedlichen Prüfungen, welche sowohl Deine sportlichen und körperlichen Leistungen, als auch Deine Intelligenz und Charakterstärken analysieren, bevor du Polizist werden kannst.

Zu Beginn erfolgt die schriftliche Prüfung. In dieser werden Deine Intelligenz und Deine Rechtschreibkenntnisse auf die Probe gestellt. Darauf folgt ein Intelligenzstrukturtest. In neun Aufgabengruppen musst Du verbale, numerische und figurale Fähigkeiten zeigen. Auch Dein schlussfolgerndes Denken und Deine Merkfähigkeit werden getestet.

Ist dieser Test geschafft, geht es mit der Sportprüfung weiter.

Dieser Prüfungsteil testet Deine konditionellen und koordinativen Leistungen und findet in der Sporthalle der Direktion Bereitschaftspolizei statt. Die drei Oberbereiche Sprint, Kondition und Ausdauer werden anhand verschiedener Übungen untersucht. Der Sprint muss auf einer Strecke von 35 Metern in einer gewissen Zeit geschafft werden.

Zur Feststellung Deiner Kondition erfolgen mehrere Übungen. Darunter fallen die Überwindung eines Sprungtischs mithilfe eines Kletterseils, die Durchsteigung eines Klettergerüsts, der Unterschwung am Stufenbarren und die Grätsche über den Bock. Außerdem musst Du im Slalom mit einem Basketball eine Stangenbahn durchqueren und bis an die untere Kante des Basketballkorbbrettes springen. Weitere Übungen zur Messung Deiner Kondition sind Rolle vorwärts, Kastenrahmen durchkriechen und Hoch-Weitsprung. Abschließend folgt Bankdrücken aus der Kniebeuge. Damit Du die Höchstpunktzahl erreichen kannst, müssen die Übungen nacheinander in einer bestimmten Zeit erledigt werden.

Deine Ausdauer zeigst Du während eines Dauerlaufes von siebeneinhalb Minuten. Die von Dir zurückgelegte Strecke ist maßgeblich für die Punktevergabe. In allen Bereichen besteht die Möglichkeit, bis zu 15 Punkte zu erzielen. Die Sportprüfung ist bestanden, sobald mindestens fünf Punkte in allen Bereichen vorliegen. Die Anforderungen variieren je nach Geschlecht.

Hast Du das geschafft, folgt die mündliche Prüfung.

Die mündliche Prüfung erfolgt in Form eines Eignungsgesprächs. Während eines teilstrukturierten Einzelinterviews stellst Du Dich und Deinen Charakter genauer vor. Belastbarkeit, Berufsmotivation, Selbstkontrolle und Selbstständigkeit werden beleuchtet und neben Deinem Erscheinungsbild und Auftreten eingeschätzt. Besonderen Wert legt die Prüfungskommission auf kommunikative Kompetenzen und Teamfähigkeit, da diese Fähigkeiten enorm wichtig sind, um Polizist werden zu können. Aber auch Selbstbewusstsein und Einfühlungsvermögen werden beachtet. Darüber hinaus bilden sie sich ein Bild über Deine Kritik- und Konfliktfähigkeit, Dein Durchsetzungsvermögen und schließlich Dein analytisches Denken. Wichtig dabei ist, dass Du immer authentisch und ehrlich bleibst. Konntest Du von Dir überzeugen, triffst Du auf den Polizeiarzt, der Dich dem letzten Test unterzieht.

Dieser überprüft Deine Polizeidiensttauglichkeit. Dein potentieller künftiger Beruf wird anspruchsvoll und Deinen Körper sehr belasten. Ob Du dieser Belastung Stand hältst und körperlich tauglich bist, um Polizist werden zu können, stellt die ärztliche Tauglichkeitsuntersuchung fest. Grundlage zur Untersuchung ist die bundeseinheitliche Polizeidienstvorschrift. Die Untersuchung umfasst eine Erhebung der Anamnese und prüft auswärtige Vorbefunde. Darauf folgen eine körperliche Untersuchung, eine Urinprobe und eine Blutabnahme. Auch Deine Lungenfunktion wird getestet und Hör- und Sehtest stellen Deine Sinnesfähigkeiten fest. Der Sehtest untersucht Deine Sehschärfe, Gesichtsfeld, Farbunterscheidungsvermögen, Lichtsinn, bestehend aus Dämmerungssehschärfe und Blendungsempfindlichkeit, und Stereosehen. Schließlich musst Du Dich einem Belastungs-EKG stellen.

Nach etwa zwei Stunden steht fest, ob Du für den Dienst bei der Polizei Bremen gemacht bist und dementsprechend Polizist werden kannst. Ist das der Fall, folgt eine Einstellung zum Studium für die Polizei Bremen.

Weitere Informationen

Wenn du dich auch für die anderen Polizeibehörden in Deutschland interessierst, findest du hier eine Liste. Klicke einfach auf den Namen und gelange zu der jeweiligen Polizei. Bedenke, dass es auch sinnvoll sein kann sich die Auswahlverfahren verschiedener Polizeibehörden anzuschauen, um die Schwerpunkte zu erkennen.

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